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    Die Pflegebegutachtung: Wie läuft sie ab?

    Der erste Schritt ist geschafft: Der Antrag auf einen Pflegegrad ist gestellt. Als nächstes prüft ein Gutachter Eure Pflegesituation. Auf dieser Grundlage wird ein Pflegegrad festgelegt. Für den Ablauf dieses Termins gibt es genaue Vorgaben.

    Hausbesuch im gewohnten Umfeld

    Für die Pflegebegutachtung kommt eine unabhängige, speziell ausgebildete Pflegefachkraft oder ein Arzt oder eine Ärztin vom Medizinischen Dienst zu Euch. Bei privat Krankenversicherten ist es jemand vom Dienstleister Medicproof. Diese Person schaut, wie selbstständig sich Dein Angehöriger versorgen kann.

    Sei nicht verwundert, wenn es zu keinem Hausbesuch kommt. Während der Corona-Zeit ist auch der Medizinische Dienst digitaler geworden und hat mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Daher kann die Begutachtung auch am Telefon oder sogar nach Aktenlage erfolgen. Bei Privatversicherten führt Medicproof inzwischen auch Videotelefonate durch.

    Das Ziel ist die Festlegung eines Pflegegrads. Beim Hausbesuch werden sechs verschiedene Lebensbereiche bewertet:

    1. Mobilität
    2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    3. Verhaltensweisen und psychische Probleme
    4. Selbstversorgung – Ernährung und Körperpflege
    5. Umgang mit krankheitsspezifischen und therapiebedingten Anforderungen
    6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

    So läuft der Termin ab

    Im Gespräch geht Ihr alle Bereiche zusammen durch. Schildere Einschränkungen, Probleme und schwierige Situationen im Alltag möglichst genau.

    Mobilität

    Der Gutachter oder die Gutachterin bittet Deinen Angehörigen beispielsweise sich hinzusetzen, aufzustehen oder eine Treppe zu steigen. Dabei zeigt sich, wie viel Beweglichkeit noch vorhanden ist.

    Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

    In einer Unterhaltung prüft der Gutachter oder die Gutachterin, wie gut Dein Angehöriger dem Gespräch folgen kann.

    Verhaltensweisen und psychische Probleme

    Während des Termins wird auf besondere Verhaltensweisen geachtet: Zeigen sich Aggression, Ängste oder Unsicherheit?

    Selbstversorgung – Ernährung und Körperpflege

    Außerdem wird geschaut: Kann Dein Angehöriger selbstständig essen und trinken oder braucht er dabei Hilfe?

    Umgang mit krankheitsspezifischen und therapiebedingten Anforderungen

    Werden Medikamente gewissenhaft eingenommen? Wenn z. B. Spritzen verabreicht werden müssen: Kann das noch eigenständig durchgeführt werden?

    Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

    Zum Schluss fragt der Gutachter oder die Gutachterin nach dem Alltag Deines Angehörigen. Kann er diesen selbst gestalten? Gibt es soziale Kontakte?

    Euch werden viele Fragen gestellt. Der Termin ist aber auch für Dich eine gute Gelegenheit, um Deine Fragen loszuwerden. Denn: Die Gutachter beraten auch, ob es möglich ist, Deinen Angehörigen beim selbstständigen Gestalten seines Alltags zu unterstützen. Sie können präventive Maßnahme, eine Reha oder andere Hilfsmittel, wie z. B. einen Rollator empfehlen. Wenn Bedarf besteht, wird dies im Gutachten vermerkt. Damit ist automatisch ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt.

    Wie geht es nach der Begutachtung weiter?

    Alle Informationen, die der Gutachter oder die Gutachterin im Gespräch gesammelt hat, werden in einem Gutachten festgehalten. Dabei ist auch eine Empfehlung enthalten, welcher Pflegegrad passt. Dieses Gutachten bekommt die Pflegekasse, die Euch dann über das Ergebnis informiert.

    Wichtig für Dich: Wenn Du mit dem Pflegegrad nicht einverstanden bist, kannst Du innerhalb eines Monats Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen. Wie Du einen Widerspruch einreichst und was Du dabei beachten musst, erfährst Du in unserem Artikel Widerspruch zum vergebenen Pflegegrad. Dort findest Du auch unseren praktischen Widerspruchsgenerator.


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